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Alte Häuser sterben nicht 1960

Alte Häuser sterben nicht

 

Die harmlose Kulisse eines halbverfallenen Gebirgsdorfes in den französischen Alpen nahe der Côte d´Azur wird für achtundvierzig Stunden zu einem schroffen Szenario. In diesem verlassenen Winkel in der Provence sammelt sich, als typisches Strandgut der letzten Kriegstagen, ein extremes Konglomerat von Menschen: Ein der Kollaboration verdächtigter  französischer Bürger-meister, ein russischer Emigrant und ein deutscher Flüchtling, beide Opfer einer Welt, die den Einzelgänger zur Odyssee zwingt, und schließlich zwei Deserteure, noch in der Wehrmachtsuniform. Ein Arsenal, dessen inneren Widerspruch dem äußeren Gefährdetsein nur unzureichend die Waage hält. Die Katastrophe aber wird durch eine unbedachte Reflex-handlung ausgelöst, am Rande, scheinbar ohne Beziehung zu einem präzis ausgearbeiteten Plan der Résistance, die zurückweichenden Teile der deutschen Armee abzufangen. Doch gerade dieser episodische Reflex wird zum Sandkorn im sorgfältig konstruierten Apparat und biegt die Katastrophe zur Tragikomödie um, die Meßtischplanung erhält Fragezeichen, dessen Ironie durch die Fugen der übereinanderstürzenden Ereignisse schim-mert. Aus scheinbar unversöhnlichen Gegensätzen entwickelt sich zaghaft das Gemeinsame, die nobelste Geste der Versöhnung.

 

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