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So long, Archie 1972

So long, Archie

 

Im sommerlichen Seebad Scheveningen hat es der clevere Manager Archibald gleich mit drei Frauen zu tun: Da ist die sehr liebenswerte Annemarie, mit der er schon im Vorjahr eine Romanze erlebt hat; da ist Gerda, die charmante Chefsekretärin, deren erotische Ausstrahlungen dem attraktiven Jung-gesellen fesselt - und die vierundzwanzig-jährige Sabine: ein Mädchen, bei dem “Archie” all seine Erfahrungen mit Frauen nichts nützen. Ähnlich ergeht es Hellen, der jungen, von den Männern ent-täuschten Holländerin; auch sie ist von Sabine fasziniert. Dieses eigenwillige, intelligente Geschöpf - kindlich, weib-chenhaft, ruppig und zärtlich - gehört zu einer Gruppe junger Leute, die sich ihren Lebensunterhalt auf höchst schockierende Weise verdienen. Die schwarzhaarige Gudrun, die kleine, rotzfreche Veronika, der einwenig tumbe, aber schöne Werner und Sabines Ex-Gatte Harry, der Boss des Teams: das ist Sabines Welt, aus der Archibald sich zu lösen versucht, ohne zu ahnen, auf was er, der grundsolide Wohl-standsbürger, sich da eingelassen hat. Humor, Romantik, Sinnenfreude und viel herbe Zärtlichkeit zeichnen diesen Roman aus. Den bunten Vogel Sabine, diese kleine, patente, launische, unendlich liebebedürftige Person, wird kein Leser so leicht vergessen.

 

 

 

Textauszug:

Solange es Menschen gab, würde es auch Gegensätze geben, unterschiedliche  Auffassungen, konträre Meinungen. Man hätte, um dies zu ändern, eine uniforme Menschheit heranzüchten müssen, aber vielleicht war man schon auf dem besten Weg dazu. Wenn er junge Menschen von heute reden und argumentieren hörte, kam es ihm  oft vor, als seien sie schon uniform, gleichgeschaltet, parallelisiert; uniform  in ihrer Abneigung gegen alles Existierende, aber auch unfähig, etwas Besseres  an seine Stelle zu setzen; uniform in ihrer Abneigung gegen alle Erwachsenen, aber zugleich inkonsequent genug, sie dort zu tolerieren, wo sie ihnen nützlich sein konnten. ... Vielleicht hatten diese jungen Menschen schon vielmehr  verloren als nur das Bedürfnis, Blumen zu pflücken, nämlich ihre Individualität  und die Fähigkeit, die Welt als Ganzes zu sehen. Indem sie mit allen Mitteln versuchten, sich von älteren Generationen abzuheben, zwangen sie sich selbst in die geistige Uniformierung einer Alternative, die Ängste keine mehr war, sondern  nur noch die ohnmächtige Geste des Aufbegehrens gegen ein System, von dem ihre  eigene Existenz abhing."

 

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