Willi Heinrich     Der Autor und sein Werk
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Presse

 

Heinrich gehört zu jenen ursprünglichen Erzählern, denen es scheinbar mühelos gelingt, die Aufmerksamkeit der Leser...über lange Strecken wachzuhalten... Er kann Fabeln entwickeln, rasch erkennbare Figuren zeichnen... er hat einen beachtlichen Instinkt für Dramaturgie des Romans.                                                                                                                                         Marcel Reich-Ranicki

 

 

Wohin also stecken wir diesen Willi Heinrich? Ist er ein Schreiber, ein Literat, ein Schriftsteller oder Dichter? Wenn man nur ganz genau wüsste, was den einen vom anderen unterscheidet. Einst, nach fünfzig Jahren, im Dichterhimmel der dicken Literaturgeschichten, wird er seinen Platz haben. Aber für uns ist das kein Trost. Wir müssen uns jetzt entscheiden... So wage ich denn den Satz: Er ist ein bedeutender Schriftsteller, einer, der uns angeht, dem wir uns stellen sollten, einer, der uns bewegt und der ein Ärgernis sein kann.                                                                                    

 Joachim Besser, Kölner Stadtanzeiger

 

 

Ich kann die ketzerische Vermutung nicht unterdrücken, dass Willi Heinrich, wäre er als amerikanischer Autor in Übersetzung bei uns aufgetaucht, neben große Vorbilder gestellt worden wäre.   

Dr. Karl Silex, Die Bücherkommentare

 

 

Mehr als in seinen vorigen Büchern zeigt Willi Heinrich ... , dass er ein außerordentlich begabter Schriftsteller ist. Er kann nicht nur fesselnd schreiben, seine Menschen in seinen Büchern könnten uns jeden Tag auf der Straße begegnen.                                                                                 

Hannoversche Rundschau

 

 

Der bedeutendste deutsche Roman der Nachkriegszeit, der in den Vereinigten Staaten erschienen ist.                                                                                                                                              New York Herald Tribune

 

 

Packende, realistische Dialoge, plötzliche Wendungen, eine gute Prise Erotik sowie Rückblenden, die den Gesamteindruck abrunden, lassen während dem Lesen eine solche Spannung aufkommen, dass man dieses Buch am liebsten ohne Pause durchlesen möchte.                                                                                     

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Einzigartig, wie dieser hellwache Beobachter seine Moral unaufdringlich, mit lächelnder, fast nur in Nebensätzen aufklingender Zeitkritik in den Vordergrund schiebt. Bis dann der Leser verblüfft erkennt, dass er glänzend unterhalten wurde und gleichzeitig eine nachdenklich stimmende Lektion erhielt.           

Hans Hellmut Kirst

 

 

Der unter dem Titel Ferien im Jenseits erschienene Roman muss für den Autor eine Art Wendepunkt gewesen sein. Er enthält Bestandteile seiner früheren Arbeiten und weist voraus auf die beiden folgenden Romanen: Maiglöckchen oder ähnlich und Mittlere Reife. Ferien im Jenseits markiert den Abschluss der Serie von Kriegs- und Nachkriegsromanen, die Heinrich nach seinem gewaltigen Erstling Das geduldige Fleisch mit recht wechselhaften literarischem Glück geschrieben hat. Es ist die Geschichte einer Amerikanerin, die 1946 auf Sizilien ihren im Krieg verschollenen Mann sucht, in die Hände einer sizilianischen Bande gerät und nach einem überaus verwickelten Drama mit Banditen, einem amerikanischen Leutnant und Karabinieri ihre Freiheit wiedererlangt. Aber unter der effektvollen Räuber-und-Gendarm-Geschichte liegt ein nicht minder effektvolles (kalkuliertes) Psychodram: das der verwöhnten, reichen Amerikanerin, die unter den extrem abnormen Verhältnissen ihrer Gefangenschaft in einer sizilianischen Berghöhle mit dem Räuberhauptmann zum erstmal normal ihre eigene Sexualität erfährt. Das ist nicht so arg weit von der Kolportage entfernt, aber der Roman war für Heinrich wohl notwendig, damit er sich über die eigene Entwicklung als Erzähler klar wurde. Mit Ferien im Jenseits hat Heinrich jedenfalls wie es heute aussieht, den Absprung von seinen Kriegs- und Heimkehrerromanen gefunden, weil er mit diesem Roman ein Vehikel fand, das seinen erzählerischen Impetus aus ein anderes Feld transportierte. Das Vehikel: die Psyche der Frau und zumal ihre erotische Psychologie; das neue Feld: die Gesellschaft von heute. Hier berühren sich Naivität und Reflexion des Erzählers Willi Heinrich. Dieses ursprüngliche, naive Erzähltalent, das bisher in keinem seiner Romane das Erzählen selbst in Frage gestellt oder auf das Erzählen reflektiert hat, bedient sich bewusst, und als reflektiert, jenes Vehikels, um nach Erfüllung des persönlichen Nachholbedarfs der Verarbeitung von Krieg und Nachkrieg endlich die Zeit einzuholen. Das Ergebnis dieses Prozesses ist wiederum naives Erzählen: Die Männergeschichten sind vorbei, die Frauengeschichten beginnen, und die Frauen sind höchst gegenwärtig, sie sagen: ich. Maiglöckchen oder ähnlich und Mittlere Reife sind, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt, Ich-Erzählungen von Frauen. Man hat nichts davon gehört, dass Willi Heinrich sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen habe, aber das ist auch nicht nötig: er kann seine Einbildungskraft manipulieren ihr Gegenstand und ihre Erzählbewegung sind, sosehr Gesetze der Interdependenz zwischen beiden herrschen mögen, insgesamt auswechselbar. Das spricht für die ungebrochene Kraft dieser Begabung, für die unverletzliche und ungehobelte Naivität dieser Imagination, Heinrich ist ein singulärer literarischer Athlet; das verrät aber auch den Maschinencharakter dieses Talents, das auf Massenfabrikation geeicht ist, die sich auf ein neues Produktionsprogramm umstellen lassen kann. Das Talent dieses Erzählers ist nicht zuletzt seine extreme Durchlässigkeit oder genauer: seine Aufnahmebereitschaft für Stoffe, Rohstoffe, und seine Fähigkeit, das Rohmaterial auf einer materialgerechte Weise traumwandlerisch sicher zu verarbeiten und ein Endprodukt konventioneller Bauart auszustoßen.      

                                                                                        

  Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

 

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