Willi Heinrich     Der Autor und sein Werk
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Dass ich hin und wieder Ferien in Holland mache, genauso gern aber auch ins Allgäu fahre, gibt, befürchte ich, für eine Selbstdarstellung nicht sehr viel her. Es widerlegt jedoch Gerüchte, die wissen wollen, dass ich meine Zeit ausschließlich mit dem Verfassen von Bestsellern verbringe. So ist es nicht; auch ich gebe mich gern dem süßen Nichtstun hin.
Mit Kriegsromanen fing es an: Das geduldige Fleisch (Steiner) zum Beispiel. Oder In stolzer Trauer und Alte Häuser sterben nicht. Das war damals noch kein Schnee von gestern und wird es, fürchte ich, nie sein. Dann die gesellschaftliche Ächtung von Minderheiten in Maiglöckchen oder ähnlich. Oder das Rassenproblem in Gottes zweite Garnitur - da waren berufene Leute der Meinung, solche Probleme gebe es hierzulande gar nicht. Mittlerweile wissen sogar die Asylbewerber und die Aussiedler ein Lied davon zu singen. Oder der Neofaschismus in den Gezeichneten, erschien im Jahre 1958, als wir von den Republikanern noch nichts wußten.
Trivialliteratur? Dann will ich mich heiteren Sinnes zu ihr bekennen. Freilich: Was manchen Kritikern, besonders an meinen jüngeren Romanen, zu mißfallen scheint, ist meine persönliche Art, so todernste Dinge wie die menschliche Sexualität, Opportunismus in der Politik ebenso wie in den Massenmedien, und Machtmißbrauch am Arbeitsplatz, nicht mit dem gebotenen Ernst, sondern in eher ironisierender Form darzustellen, was weder unserem spezifisch deutschen Tiefsinn noch jenen Kriterien gerecht wird, nach denen hierzulande Literatur gewogen und gemessen wird. Aber auch damit habe ich zu leben gelernt.
Nein, ich würde, rückblickend gesehen, keines meiner Bücher anders schreiben, als ich es getan habe, weil jedes meiner inneren Überzeugung entsprach. Ob alle, die so wie ich vom Schreiben leben, das guten Gewissens von sich behaupten können? Die Antwort darauf weiß nicht einmal der Wind.

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